Article: Carceral Apartheid – Brittany Friedman

Carceral Apartheid – Brittany Friedman
Das Buch Carceral Apartheid (2025) der Soziologin Brittany Friedman untersucht die strukturellen Mechanismen des US-Gefängnissystems und argumentiert, dass dieses tief von institutionellem Rassismus geprägt ist. Friedman beschreibt Gefängnisse nicht nur als Orte der Strafvollstreckung, sondern als Teil eines umfassenderen Systems sozialer Kontrolle. Mit dem Begriff „carceral apartheid“ meint sie eine Form institutionalisierter Trennung und Ungleichbehandlung, durch die rassistische Machtverhältnisse innerhalb des Strafsystems reproduziert werden.
Anhand historischer Dokumente, Interviews mit ehemaligen Gefangenen und Analysen der Gefängnispolitik – insbesondere in Kalifornien – zeigt Friedman, wie staatliche Institutionen seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts Strategien entwickelten, um bestimmte Gruppen, vor allem Schwarze politische Aktivisten, stärker zu überwachen und zu kontrollieren. Diese Praktiken stehen laut Friedman in einer historischen Kontinuität mit früheren Formen rassischer Kontrolle in den USA.
Das Buch argumentiert zudem, dass Gefängnisverwaltungen Konflikte zwischen Gefangenengruppen teilweise bewusst instrumentalisierten, um politische Organisationen innerhalb der Gefängnisse zu schwächen. Dadurch entsteht nach Friedmans Analyse ein System, in dem rassistische Logiken und Machtstrukturen in den Institutionen selbst verankert sind. Carceral Apartheid trägt damit zur wissenschaftlichen Debatte über Masseninhaftierung bei und zeigt, wie das Gefängnissystem gesellschaftliche Ungleichheiten nicht nur widerspiegelt, sondern aktiv verstärken kann.
