
Berlin Alexanderplatz – Burhan Qurbani
Der Film Berlin Alexanderplatz (2020) unter der Regie von Burhan Qurbani ist eine moderne Adaption des berühmten Romans von Alfred Döblin aus dem Jahr 1929. Im Gegensatz zu früheren Verfilmungen der Geschichte verlegt der Film die Handlung ins heutige Berlin und macht den Hauptcharakter zu einem undokumentierten Flüchtling aus Westafrika. Diese Neuinterpretation ermöglicht es dem Film, moderne Themen wie Migration, Rassismus, soziale Ausgrenzung und den Kampf um Zugehörigkeit in einer neuen Gesellschaft zu beleuchten.
Die Geschichte folgt Francis, gespielt von Welket Bungué, der eine gefährliche Reise über das Mittelmeer überlebt und in Deutschland ankommt, in der Hoffnung, ein neues und ehrliches Leben zu beginnen. Als Migrant ohne Papiere, ohne Arbeitserlaubnis und ohne rechtlichen Schutz sieht er sich in Berlin jedoch mit vielen Hindernissen konfrontiert. Obwohl er sich vornimmt, ein gutes Leben zu führen, treiben ihn die harten Realitäten von Armut und Diskriminierung in die kriminelle Unterwelt der Stadt.
Indem er die ursprüngliche Geschichte in die Erfahrungen eines modernen Flüchtlings umwandelt, beleuchtet Qurbani die Schwierigkeiten, mit denen Migranten im heutigen Europa konfrontiert sind. Der Film zeigt Berlin als einen Ort der Chancen, aber auch der Gefahren, an dem soziale Ungleichheit, Rassismus und wirtschaftlicher Druck das Leben von Außenseitern prägen. Mit seinen dramatischen Bildern und seiner epischen Länge von über drei Stunden erzählt Berlin Alexanderplatz eine eindringliche Geschichte über Identität, Überleben und die Suche nach Würde in der modernen Gesellschaft.

