
Rassistische Parolen auf Teenie-Disco in Falkenberg – ein Vorfall erschüttert Brandenburg
Im Club „Blue Velvet" im brandenburgischen Falkenberg (Landkreis Elbe-Elster) kam es bei einer Teenie-Disco zu einem schwerwiegenden rassistischen Vorfall: Zahlreiche Gäste grölten rassistische Parolen zu dem Partyhit „L'Amour toujours" des italienischen DJs Gigi D'Agostino. Etwa 100 bis 150 Kinder und Jugendliche ab elf Jahren nahmen an der Veranstaltung teil – darunter auch viele, die lautstark „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus" riefen.
Ein auf Instagram veröffentlichtes Video dokumentiert den Vorfall und verbreitete sich rasch im Netz. Der Betreiber des Clubs, Tino Veit, erklärte, der ursprünglich geplante DJ sei nicht erschienen. Auf der Suche nach einem Ersatz habe er zunächst eine Playlist abgespielt, auf der sich der Song befand. Das Lied sei in dieser Nacht insgesamt zweimal gespielt worden.
Die politischen Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bezeichnete das Geschehen als „abstoßend" und sprach von einem „massiven gesellschaftlichen Problem". Auf Instagram schrieb er, er sei „fassungslos" und mahnte: niemand dürfe dazu schweigen. Auch der Landrat des Kreises Elbe-Elster, Christian Jaschinski (CDU), verurteilte die Parolen auf das Schärfste und betonte, solche Äußerungen hätten in der Gesellschaft keinen Platz.
Der evangelische Bischof Christian Stäblein zeigte sich ebenfalls erschüttert und rief dazu auf, hinzuschauen und einzugreifen – gerade Erwachsene trügen Verantwortung, Kindern ein Vorbild für ein respektvolles Miteinander zu sein.
Die Brandenburger Grünen warnten davor, den Vorfall als Einzelfall abzutun. Sie sehen darin ein Zeichen dafür, wie sehr rechtsextreme Parolen inzwischen unter Jugendlichen normalisiert werden, und verwiesen auf Kürzungen bei Demokratieprojekten und politischer Bildung seit 2024 als mitverantwortlichen Faktor.
„L'Amour toujours", der über 20 Jahre alte Hit, dessen Refrain ursprünglich keinen Text hat, steht seit Jahren im Fokus öffentlicher Debatten. Bereits 2024 hatte ein ähnlicher Vorfall auf der Nordseeinsel Sylt bundesweit Empörung ausgelöst. Gigi D'Agostino hat sich wiederholt gegen die Vereinnahmung seines Songs durch Rechtsextreme ausgesprochen.
Der Falkenberger Vorfall ist ein erneutes und beunruhigendes Signal: Rassismus ist kein Randphänomen – und er macht auch vor den Jüngsten nicht halt.

