
Strangers in the Land – Michael Luo
Strangers in the Land: Exclusion, Belonging, and the Epic Story of the Chinese in America (2025) von Michael Luo zeichnet die Geschichte der chinesischstämmigen Amerikaner von den ersten großen Einwanderungswellen im 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart nach. Durch die Verbindung von Archivforschung und erzählerischem Stil schildert Luo, wie chinesische Arbeiter maßgeblich zu Projekten wie dem Bau der transkontinentalen Eisenbahn und der Erschließung des amerikanischen Westens beitrugen, obwohl sie stets als Außenseiter behandelt wurden. Indem er das Leben einzelner Menschen in den Kontext größerer historischer Kräfte stellt, bindet er die Erfahrungen der chinesischstämmigen Amerikaner in die übergeordnete Geschichte der Vereinigten Staaten ein.
Ein zentraler Schwerpunkt des Buches ist die Rolle von Ausgrenzung und Rassenpolitik bei der Prägung dieser Erfahrung. Luo untersucht diskriminierende Maßnahmen wie den Chinese Exclusion Act, das erste bedeutende US-Gesetz, das Einwanderung aufgrund von Rasse und Nationalität untersagte. Er zeigt, wie solche Gesetze zusammen mit Episoden antichinesischer Gewalt und Segregation die Vorstellung institutionalisierten, dass Menschen chinesischer Abstammung niemals voll und ganz dazugehören könnten. Gleichzeitig beleuchtet das Buch Widerstand und Widerstandsfähigkeit, darunter wegweisende Momente wie den Fall „United States v. Wong Kim Ark“, der das Geburtsrecht auf Staatsbürgerschaft bestätigte. Indem es vergangene Ungerechtigkeiten mit aktuellen Debatten über Einwanderung und Identität verknüpft, unterstreicht Strangers in the Land, wie Fragen der Zugehörigkeit und Ausgrenzung die amerikanische Gesellschaft weiterhin prägen.

